YLIOPISTON OSASTO 1942 768 HELS ASTO Die Rundfunkansprache des Stellvertreters des Vorsitzenden des Rates der Volkskomissare der Union der Sozialistischen Sowjetrepublifen und des Volkskomissars für auswärtige Angelegenheiten Genossen Molotow, am 22. Juni 1941. Sowjetbürger und Sowjetbürgerinnen! Die Sowjetregierung und ihr Chef Genosse Stalin haben mich beauftragt, folgende Erklärung zu machen: Heute, um 4 Uhr morgens, ohne jegliche Ansprüche an die Sowjetunion ge= macht zu haben, ohne Kriegserklärung, überfielen deutsche Truppen unser Land, griffen an mehreren Stellen unsere Grenzen an und unternahmen Luftangriffe auf unsere Städte-Shitomir, Kiew, Sebastopol, Kaunas und etliche andere, wobei über zweihundert Menschen getötet und verwundet wurden. Die Angriffe der feindlichen. Flugzeuge und Artilleriebeschießung wurden auch vom rumänischen und finnischen Territorium unternommen. Dieser unerhörte Überfall auf unser Land ist ein in der Geschichte der zivilisierten Völker beispielloser Trenbruch. Der Überfall auf unser Land wurde gemacht, ungeachtet des zwischen der U. d. S. S. N. und Deutschland bestehenden Richtangriffspaktes, dessen Bedingungen von der Sowjetregierung mit aller Ehrlichfeit erfüllt wurden. Der Überfall auf unser Land wurde unternommen, obwohl während der ganzen Bestehungsperiode dieses Paktes die deutsche Regierung niemals irgendwelche Ansprüche an die U. d. S. S. N. hinsichtlich seiner Erfüllung erheben konnte. Die volle Verantwortung für diesen räuberischen Überfall auf die Sowjetunion fällt voll und ganz auf die deutschen faschistischen Machthaber. Schon nach dem vollführten Überfall, um 5.30 morgens, erklärte mir, als Volkskomissar für auswärtige Angelegenheiten, der deutsche Gesandte in Moskau, Schulenburg, im Namen seiner Regierung, daß die deutsche Regierung beschlossen habe, in Anbetracht der Konzentrierung von Truppen der Roten Armee an der Dftgrenze Deutschlands, den Krieg gegen die U. d. S. S. R. zu beginnen. Als Antwort darauf, erklärte ich im Namen der Sowjetregierung, daß die deutsche Regierung bis zur letzten Minute feine Ansprüche an die Sowjetregierung erhoben habe, daß Deutschland einen Überfall auf die U. d. S. S. R. ungeachtet der friedlichen Stellungnahme der Sowjetunion gemacht habe und daß infolgedessen das faschistische Deutschland der Angreifer ist. Im Auftrag der Sowjetregierung muß ich noch erklären, daß unsere Truppen und Luftwaffe an feiner Stelle die Grenze verletzt haben, und deshalb ist die heute morgens vom rumänischen Rundfunk verbreitete Erklärung, die Sowjetluftwaffe habe rumänische Flughäfen beschossen, nichts anderes als Lüge und Provokation. Eine ebensolche Lüge und Provokation ist die ganze heutige Deklaration Hitlers, der nachträglich versucht, Anklagematerial zusammenzuschmieren betreffs der Nichteinhaltung des sowjet-deutschen Paktes von seiten der Sowjetunion. Jetzt, nachdem der Überfall auf die Sowjetunion schon Tatsache geworden ist, hat die Sowjetregierung unseren Truppen den Befehl gegebenden räuberischen Überfall zurückzuschlagen und die deutschen Truppen von dem Territorium unferer Heimat zu vertreiben. Dieser Krieg ist uns nicht vom deutschen Volk, nicht von den deutschen Arbeitern, Bauern und Intellektuellen aufgezwungen, deren Leiden wir gut verstehen, sondern von einer Clique blutdürftiger faschistischer Machthaber Deutschlands, die Franzosen, Tschechen, Polen, Serben, Norwegen, Belgien, Dänemark, Holland, Griechenland und andere Völker versflavt haben. Die Sowjetregierung ist fest überzeugt, daß unsere heldenmütigen Heer und Flotte und unsere tapferen Fallen der Sowjetluftwaffe ihre Pflicht vor der Heimat, vor dem Sowjetvoll mit Ehre erfüllen und dem Angreifer einen vernichtenden Schlag erteilen werden. Nicht zum ersten Mal hat unser Volt mit einem angreifenden übermütigen Feind zu tun. Seinerzeit antwortete unser Volt auf den Feldzug Napoleons mit einem Vater. landskrieg und Napoleon erlitt eine Niederlage, ging zugrunde. Dasselbe wird mit dem übermütigen Hitler geschehen, der einen neuen Feldzug gegen unser Land angekündigt hat. Die Note Armee und unser ganzes Volk werden einen siegreichen Vaterlandskrieg für die Heimat, für die Ehre, für die Freiheit füh Die Sowjetregterung drückt die feste überzeugung aus, daß sich die gaitze Bevölkerung unseres Landes, alle Arbeiter, Bauern und Intellektuellen, Männer und Frauen mit entsprechender Gewissenhaftigkeit zu ihrer Pflicht, zu ihrer Arbeit verhalten werd 11. Unser ganzes Volk muß jetzt fest und zusammengeschlossen sein, wie niemals. Ein jeder von uns muß sowohl von sich, als auch von den anderen Disziplin, Organisation, Selbstaufopferung fordern, die sich einem wirklichen Sowjetpatrioten gebühren, um alle Bedürfniße der Noten Armee, der Marine, der Luftwaffe zu befriedigen, um den Sieg über den Feind zu sichern. Die Regierung ruft euch auf, Bürger und Bürgerinnen der Sowjetunion, eure Reihen noch enger um unsere ruhmvolle bolſchemistische Partei, um unsere Sowjetregierung, um unseren großen Führer Genossen Stalin zu schließen. Unsere Sache ist die gerechte Der Feind wird geschlagen werden! Der Sieg wird unfer sein!